Schimmelbekämpfung

Schimmel in der Wohnung stellt Hauseigentümer und Mieter oft vor große Probleme.

Er ist ein Streitpunkt zwischen Mieter und Vermieter. Oft wird über die Schuldfrage und evtl. damit verbundene Mietminderungen gestritten. Wir möchten hier die physikalischen Zusammenhänge für Laien leicht verständlich (nicht 100 % wissenschaftlich) erklären und Ihnen dadurch die Möglichkeit geben, selbst Vorbeugende Maßnahmen gegen Schimmel zu ergreifen.

Wie ensteht Schimmel

Schimmel in Gebäuden ensteht durch die Vermehrung von Schimmelsporen, die sich immer in der Luft befinden. Damit der Schimmel leben und wachsen kann benötigt er Nahrung und Feuchtigjkeit.Die Nahrung sind organische Stoffe wie das Papier der Tapete, der Karton von Gipskartonplatten oder auch Staub. Auf glatten Oberflächen wie Fliesen wird kaum eine Schimmelbildung zu verzeichnen sein, wenn dann in den rauhen Fliesenfugen.Schimmel ist nicht nur ein optisches Problem. Die Pilzsporen verteilen sich in der Raumluft. Besonders für Kleinkinder und ältere Menschen besteht ein Risiko für Krankheiten bei erhöhter Belastung der Raumluft.

 

Vorbeugende Maßnahmen gegen Schimmel

Die Nahrung können wir dem Schimmel in einer üblichen Wohnung kaum entziehen. Es sei denn, Sie verzichten auf Tapeten und  halten die Wohnung steril wie im Operationsraum.

Deshalb steht bei der vorbeugenden Schimmelbekämpfung die Reduzierung der Feuchtigkeit im Vodergrund.

Feuchtigkeit als Schimmelursache

Im Wesentlichen gibt es drei Arten von Feuchtigkeit, welche die Ursache für Schimmelbefall sein können:


Eindringende Feuchtigkeit
dringt wie der Name schon sagt in die Baukonstruktion ein. Ursachen sind z.B. defekte Dacheindeckungen, schadhafte Dachrinnen und Fallrohre oder auch undichte Wasserleitungen, die in der Wand verlegt sind.Untersuchen Sie, ob die Feuchtigkeit mit einem der o.g. Punkte in Verbindung gebracht werden kann. Wenn Sie fündig werden, dann die Ursache reparieren. 

Kondensationsfeuchtigkeit, 
auch Schwitzwasser genannt ist einer der größten Streitpunkte zwischen Mieter und Vermieter. Wenn Sie Kondensationsfeuchtigkeit (Kondenswasser) verhindern möchten, dann ist es gut, wenn Sie die Zusammenhänge zwischen Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Wärmedämmung verstehen. Wenn Sie hier weiterlesen, dann fällt Ihnen die Beurteilung leichter, ob im Streitfall der Mieter oder Vermieter Recht hat. 

Feuchtigkeit aus dem Erdreich 
ist Feuchtigkeit, welche aus dem Erdreich in die Wand eindringt. Man findet sie im Keller oder Erdgeschoss des Hauses. Über die Ursachen und deren Beseitigung lesen Sie hier weiter

WIE ENTSTEHT KONDENSATIONSFEUCHTIGKEIT

Die Luft eines Wohnraumes hat eine bestimmte Menge Feuchtigkeit aufgenommen. Bis zu 60 % relative Luftfeuchtigkeit sind normal. Warme Luft nimmt mehr Feuchtigkeit auf als kalte. Ist die Außenwand oder Bereiche davon zu kalt, dann kühlt sich die Raumluft an der Aussenwand ab. Durch die Abkühlung der Luft vermindert sich die Fähigkeit, Wasser aufzunehmen. Die relative Luftfeuchtigkeit steigt an der Außenwand an. Werden 100 % relative Luftfeuchtigkeit überschritten, dann scheidet die Luft Wasser aus und die Wand wird nass. Diesen Punkt nennt man Taupunkt.Ein Beispiel dafür sind die Fensterscheiben oder Fensterrahmen, welche bei klirrender Kälte anlaufen.Der Taupunkt ist von Innentemperatur und  Luftfeuchtigkeit im Raum abhängig.Mit nachfolgender Taupunkttabelle können Sie selbst ermitteln, ob Schimmelgefahr an der Außenwand besteht.

Taupunkttabelle zur Beurteilung der Schimmelgefahr

Beispiel (siehe Tabelle):  
Lufttemperatur 21,00 Grad, Luftfeuchtigkeit 55 %. Der Taupunkt liegt bei 11,60 Grad. Das bedeutet, wenn die innere Wandoberfläche 11,60 Grad oder kälter ist, dann bildet sich Kondenswasser. Es besteht Schimmelgefahr.

Schneller lassen sich gefährdete Bereiche mit einem Taupunktscanner feststellen.

 

Messgerät zur Ermittlung der Schimmelgefahr

Ein Taupunktscanner signalisiert die gefährdeten Bereiche sofort.

 

Eine einfache Methode, Kondenswasser festzustellen:

Bohren Sie mit einem kleinen Bohrer in die feuchte Wand. Wenn der austretende Bohrstaub trocken ist dann ist es wahrscheinlich Kondensfeuchte.  Wenn der Bohrstaub feucht ist, dann dringt die Feuchtigkeit in die Wand ein

Welche Möglichkeiten gibt es, Kondenswasser entgegenzuwirken?

Die Wärmedämmung verbessern

Ausreichende Dämmung ist die beste und energiesparendste Lösung Kondenswasser zu verhindern und sollte immer bevorzugt werden. Dadurch wird die innere Wandoberfläche nicht mehr so kalt und demzufolge kann keine Feuchtigkeit auftreten.


Richtig Heizen

Es macht keinen Sinn, zur Reduzierung der Schimmelgefahr, die Raumtemperatur auf unerträgliche Werte hochzudrehen. Wer aber aus Kostengründen die Temperatur auf ständig unter 18 Grad. C hällt, der spart am falschen Ende. Bei kalten Räumen (unbeheiztes Schlafzimmer, selten benutzte Küche) ist im Winter ein Lüften nicht immer ausreichend, um die Feuchtigkeit nach außen zu bringen. Wenn der Raum klamm ist, dann maximal aufgeheizen. Danach die Heizung abschalten und intensiv und kurz Lüften. Die warme Luft nimmt dann die Feuchtigkeit auch aus der Tapete, Gardinen u.s.w. auf. Durch das Lüften gelangt sie aus dem Zimmer.


Richtig Lüften

Immer nur kurz lüften. Lüften soll einen Austausch der Raumluft erreichen. Im Winter wird die feuchte warme Luft nach außen gebracht und durch trockene, kalte Luft ersetzt. Das wird bei einer Stoßlüftung (Durchzug) in 5  Minuten erreicht. Die frische Luft erwärmt sich dann sehr schnell wieder.Keinesfalls die Fenster über lange Zeit gekippt lassen. Wenn Sie länger lüften, kühlen sich zusätzlich die Wande in der Wohnung ab und es besteht wieder Kondensationsgefahr.  Außerdem müssen die abgekühlten Wände, Möbel u.s.w. auch wieder erwärmt werden – zusätzliche Heizkosten.

Sonderfall Keller richtig Lüften:
Die richtige Lüftung des Kellers bedarf besonderer Betrachtungen. In den Wohnräumen ist die kritische Zeit die kalte Jahreszeit. Beim Keller ist es umgekehrt. Weitere Einzelheiten hier.   


Welche Alternativen gibt es?

Die Möblierung überdenken
Oft stehen die Schränke an der Außenwand mit einem Abstand von nur wenigen Zentimetern. Dahinter schimmelt die Wand. Durch eine bessere Belüftung dieser Wandfläche lässt sich die Feuchtigkeit senken. Wenn schon große Möbel an einer feuchten Außenwand stehen, dann mindestens 10 cm Abstand halten. Große Schränke bevorzugt an einer Innenwand aufstellen.

Die betroffenen Wandflächen von innen erwärmen
Infrarot Wandheizungen sind eine gute Lösung zur Erhöhung der Wandtemperatur. Sie erwärmen nicht die Luft wie herkömmliche Heizkörper, sondern nur  Körper, auf welche die Infrarotstrahlung trifft, also die Möbel, Wände und die Menschen im Raum.  Die Wandheizung immer an einer Innenwand gegenüber der kalten Außenwand befestigen.

Schimmel an der Ecke Decke / Wand

SCHIMMELTEST FÜR ZU HAUSE

Mit einem Schimmeltest lässt sich sehr schnell die Konzentration der Schimmelsporen in der Raumluft ermitteln. Er ist für bis zu 6 Räume ausreichend.

Schimmel beseitigen

Ist schon Schimmelbefall da, dann ist eine restlose Beseitigung unbedingt erforderlich. Im Handel gibt es eine Vielzahl von Schimmelbeseitigern. Wichtig ist, dass die Schimmelsporen restlos beseitigt und nicht nur abgetötet werden. Auch tote Schimmelsporen sind oft für Allergien verantwortlich. Also unbedingt befallene Tapeten entfernen. Wenn der Innenputz schon befallen ist, dann auch diesen entfernen.

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